Zeven - Erklärung der Fraktion der Grünen zur Vernichtung des Honigmoors

27.06.19 von Claudia Hink

 

Erklärung der Fraktion der Grünen zur Vernichtung des Honigmoors

 

 

 

Mit dem Honigmoor haben wir in Zeven ein natürliches Biotop, dass im höchsten Maße schützenswert ist. Ein Kleinod, gewachsen in mindestens 150 Jahren. Sie können sich ausrechnen, was das für die Gebiete heißt, die für die Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen sind. Ihre UrUrenkel werden ihre Vollendung nicht mehr erleben. 

Moore speichern außerdem immense Mengen an CO2, die bei Entwässerung freigesetzt werden und als Treibhausgas in die Atmosphäre gehen.

 

Unter den Aspekten des Klimaschutzes und der Artenvielfalt haben wir in den letzten Jahren für den Erhalt des Honigmoores gekämpft - mit wenig Aussicht auf Erfolg. Das hat sich aber in den letzten Wochen geändert. Heute gehe ich davon aus, dass wir das Steuer noch im letzten Moment herumreißen können. 

 

Weil sich so viele Mitglieder der CDU mit den hiesigen Schülern und der Fridays for Future Bewegung solidarisiert haben, kann ich mir nicht vorstellen, dass sie heute das Honigmoor beerdigen werden und morgen bei der Demo für Klimaschutz mit marschieren.  

 

Darf man den Plakaten glauben, hat sich auch die SPD bei der Europawahl vor vier Wochen als glühender Verfechter des Klimaschutzes positioniert. 

 

Es freut mich, dass auch die großen Volksparteien ihr grünes Herz entdeckt haben. Dieser Eindruck ist übrigens schon bei der letzten Diskussion um die Ausweisung von Vorranggebieten  für Windkraftanlagen in Gyhum, Nartum und Wistedt entstanden: Alle  anwesenden Politiker waren auf der Suche nach schützenswertem Leben, um die Ausweisung zu verhindern.

 

Die viel beschworene Maxime „Global denken, lokal handeln“ funktioniert aber nicht nach dem  St. Florian Prinzip. 

 

Das „öffentliche Interesse“, das im B-Plan (S. 32) zitiert wird, deckt sich offenbar nicht immer – wie bislang  angenommen - mit den wirtschaftlichen Interessen. Das haben die Ergebnisse der EU-Wahl und die jüngsten Umfragen bestätigt.

 

Wenn wir die Ängste unserer Kinder und Enkel ernst nehmen, wenn wir den Klimaschutz ernst nehmen und nicht zuletzt, wenn wir selbst ernst genommen werden wollen, müssen wir leider auch mal unbequeme Entscheidungen treffen.

 

Lagerhalle statt Honigmoor ist sicherlich die einfachste Lösung, sie ist aber nicht die beste. Deshalb fordern wir eine erneute ergebnisoffene Überprüfung der Alternativen.

 

Und wenn es morgen heißt „Fridays for Future“, dann muss es heute heißen „Hände hoch für´s Honigmooor"

 

 

 

 

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Klimawandel Pressemitteilung Umwelt